10. Juni 2008
Paul Newman soll Lungenkrebs haben. Und zwar gefährlichen, wie den Qualitätsmedien (gibt es andere?) zu entnehmen ist.
Ungefährlicher Lungenkrebs kann es natürlich schon deshalb nicht sein, weil – wie sogleich betont wird – Paul Newman Kettenraucher sei.
Da kann man es mal wieder sehen! Tabak tötet! RAUCHER STERBEN FRÜHER! Schließlich ist der Mann gerade mal 83.
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8. Juni 2008
Catherine Deneuve hat, so die Medien, „mit ihrer Abhängigkeit von Zigaretten für Aufsehen gesorgt“. Während einer Pressekonferenz im rumänischen Klausenburg habe sie „eine Zigarette nach der anderen geraucht“. Was ihr schon deshalb nicht verboten werden konnte, weil sie zur Bedingung für ihre Teilnahme an dem Filmfestival gemacht habe: Rauchen zu dürfen, wann immer und wo immer sie wolle.
Dazu kann man nur sagen: RAUCHEN LÄSST IHRE HAUT ALTERN! Madame Deneuve, der Meldung zufolge schwerstabhängig von einer unentrinnbar tödlichen Droge, ist schließlich seit langem weltbekannt als besonders abstoßendes Beispiel für vorzeitigen Verfall, für den frühen Verlust jeglicher Schönheit und Ausstrahlung. Erschreckend (und alarmierend, natürlich): Vollständig verknittert die Frau, ein bedauernswertes Opfer der noch immer nicht liquidierten Tabakindustrie, ein Wrack, von welker, schlaffer Haut jämmerlich überzogen. Welche Frau möchte so aussehen wie Catherine Deneuve, mit gerade einmal 64?!
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1. Januar 2008
… folglich habe ich mich daran erinnert, welch wundervolles Erlebnis der Tabakgenuß ist* und diese Zigarette erst recht nicht einfach so weggeraucht, sondern ihren Konsum mit vollem Bewußtsein zelebriert. Immer schön einen Zug für Klausi, einen für Uschi, einen für Tante Ulla, einen für das Bärbele, einen für die wilde Oma - dann entsann ich mich endlich wieder des guten Vorsatzes, welchen ich mir auch für dieses Jahr gemacht hatte: Beim Rauchen möglichst nur noch an Schönes zu denken.
* Durch nichts belegte, rein subjektive und möglicherweise stark zu bezweifelnde Behauptung, sagt der Justitiar.
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30. Dezember 2007
„Rauchen wird 2008 fast tabu“, plärrt es mir aus den Medien entgegen. Nun denn: Ich war schon immer für Tabubrüche.
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8. Dezember 2007
Heute ist die gesamte Bevölkerungsgemeinschaft dazu aufgerufen, die Welt zu retten – oder zumindest einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten. Natürlich braucht man zum Zwecke des Klimaschutzes nicht auf Kurzreisen, Billigflüge oder das Autofahren zu verzichten, auch für einen Besuch bei einem längst nicht mehr süßen Eisbären im Berliner Zoo legt der wahre Tier- und Naturfreund schon mal Hunderte von Kilometern zurück (und zwar keinesfalls zu Fuß oder Fahrrad). Und richtig schön wird das Leben erst durch einen Zwischenstopp in einer Hamburgerbude, das Betrachten überbordender Weihnachtsbeleuchtung, welche der Einzelhandel und manch Mitbürger am liebsten schon Anfang November einschalten würde, oder ausgiebiges Grillvergnügen, welches natürlich auch künftig in den Umweltzonen stattfinden darf, zu denen demnächst diverse Innenstädte erklärt werden. Denn gerettet wird die Umwelt ja bereits dadurch, daß heute die gesamte Bevölkerungsgemeinschaft für fünf Minuten Blackout spielt.
Angesichts all dessen verdamme ich meine Gedankenlosigkeit: Hätte ich doch nur die Bügelwäsche noch liegen lassen! Aber so ist eben nur ein wenig mehr Einfallsreichtum und Engagement notwendig, um sagen zu können: Ja, ich tue etwas! Für den Schutz unserer Stromversorgung. Heute zwischen 20 und 20.05 Uhr schalte ich so viele elektrische Geräte wie womöglich ein. (Auch zu Ehren von Vivi Bach.)
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3. Dezember 2007
Gemäß dem Entwurf für den nächsten Berliner Landeshaushalt soll der Bezirk Steglitz-Zehlendorf 5,5 Millionen Euro weniger für Kinder- und Jugendarbeit erhalten, rund ein Viertel des bisherigen Betrags. Dadurch auf dem Spiel stehen 14 Schulstationen, 21 Jugendfreizeiteinrichtungen, drei Jugend- und Familienzentren.
Der Etat muß am Donnerstag vom Abgeordnetenhaus verabschiedet werden. Dort hat die Regierungskoalition aus SPD und PDS (oder wie immer diese Partei diese Woche heißen mag) eine Mehrheit von drei Stimmen, faktisch genügt also das Nein von zwei Abgeordneten, um eine andere Politik zu erzwingen. Aus Steglitz-Zehlendorf kommen drei Abgeordnete. Folglich …
Völlig überraschend erklärte der Steglitz-Zehlendorfer SPD-Abgeordnete Holger Thärichen in der heutigen RBB-Abendschau, daß er dem Kahlschlag in der Kinder- und Jugendarbeit in Steglitz-Zehlendorf zustimmen werde. Natürlich nur faktisch und indirekt, indem er für den Haushalt votieren will.
Ich weiß gar nicht, weshalb sich mir der Eindruck aufdrängt, der Herr Abgeordnete Holger Thärichen sei mehr seiner Partei verpflichtet als dem doofen Stimmvieh. Pardon, ich meine natürlich: Den lieben Bürgerinnen und Bürgern, die alle Jubeljahre mal ein Kreuzchen machen dürfen hinter den Kandidatenlisten, welche die Parteien zusammengestellt haben.
Im übrigen sind die Steglitz-Zehlendorfer natürlich selbst schuld: Die SPD schneidet bei ihnen seit langem nicht mehr besonders gut ab, die PDS noch viel schlechter. Seit den letzten Wahlen wird der Bezirk faktisch von einer Koalition aus CDU und Grünen regiert.
So zeigt die ganze Angelegenheit in jedem Falle auch: Niemand kann behaupten, es sei ganz gleichgültig, für welche Partei des Demokratischen Blocks der BRD man stimmt.
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30. November 2007
Für den aktuellen Berliner Senat – getragen von SPD und PDS – ist Bildung erklärtermaßen das wichtigste Thema. Man muß doch mal an die Kinder denken.
Folglich wurde im Bezirk Pankow – um nur ein Beispiel zu nennen – in den letzten Jahren die Zahl der öffentlichen Büchereien von neunzehn auf sieben verringert.
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28. November 2007
„Handel drohen harte Strafen“ verkündigen befriedigt die Medien (die unabhängigen, objektiven) bezüglich neuester Nanny-, pardon: Jugendschutzvorschriften.
Jawohl, jetzt wird durchgegriffen! Cola an siebzehnjährige Kinder verkauft? Zehn Jahre Zuchthaus! Oder gleich Lager. Von den Amerikanern lernen, heißt siegen lernen!
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28. November 2007
In Brandenburg votiert die PDS, pardon: „Die Linke“ gegen das Raucherumerziehungs-, pardon: Nichtraucherschutzgesetz. Denn „Die Linke“ möchte das Rauchen in Gaststätten am liebsten gleich ganz verbieten (nicht erst in zwei, drei Jahren, wie es CDU und SPD insgeheim planen dürften). Verständlich: Verbote sind schließlich etwas, mit dem sich
diese Partei auskennt. Endlich einmal irgend etwas!
(Wie man nicht nur Umerziehung als Wohltat verpackte, sondern auch das eigene – in diesem Falle wirtschaftliche – Versagen, als „Die Linke“ noch SED hieß und Brandenburg beherrschte, kann man beispielsweise in einem alten Text von Max Goldt nachlesen: „Zum Mittagessen (Kartoffeln mit Raspel-Salat) trank ich eine Flasche Tonic-Water, wobei mir die Ost-Kumpanen erläuterten, daß DDR-Tonic kein Chinin mehr enthalte, weil das zu teuer sei. Stattdessen verwende man als Bitterstoff Strychnin (das ist kein Scherz); man müsse aber 48 Flaschen binnen zwei Minuten trinken, damit es tödlich wirke. Auf der Flasche steht aber lediglich: ‚Enthält kein Chinin’. Sowas wäre bei uns nun aber doch nicht möglich. Auch die Vollmilch wurde von der DDR abgeschafft. Es gibt nur noch eine 2,2%ige Plörre, was drüben auch noch mit ‚besserer Verdaulichkeit’ begründet wird.“ (aus: „Ich und mein Staubsauger“ Nr. 19, April 1988, zitiert nach: http://staubsauger.gesindel.org )
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27. November 2007
In der ARD sagt „Plusminus“: Lärm macht Herzinfarkt. Weil Bluthochdruck. Ganz, ganz gefährlich. „Viel gefährlicher als bislang angenommen.“ Viele wissen gar nicht, wie schlimm sie schon geschädigt sind. Und wo ist es besonders laut? Richtig: In Gaststätten! Ah, welch wunderbares Betätigungsfeld. Gegen die letzten Gäste, die noch verblieben sein werden nach dem Verbot des Rauchens, des Alkohols, von Cola und andere süßer Limonade und und und. Spätestens, weil niemand mehr da sein wird, der diese Gaststätten führen könnte. Denn Personal darf sich dort nicht mehr aufhalten: Lärmschutz! Schutz vor dem Lärm, den Gäste verursachen könnten. Tödlich! Lärmschutz!
Also: Alle schön zuhause bleiben. Aber keinen Lärm machen. Und spätestens um zehn im Bett liegen.
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